film: the revenant (originalversion mit untertiteln)
ort: kino (capitol 1 basel, reihe 4, platz 11)
zeit: 12. januar 2016, 20:15
preis: chf 13.-

(besser mit fast acht wochen verspätung darüber schreiben, als gleich nach dem ersten filmbeitrag wieder mit der tradition zu brechen. aufgrund der verstrichenen zeit fasse ich mich jedoch kurz.)

ausser dass dicaprio mitspielt und iñárritu für die regie verantwortlich zeichnet, wusste ich nichts (!) über den film, bevor ich ins kino gegangen bin. ich hatte keinen trailer gesehen, keine rezension gelesen, nichts. beste voraussetzungen also, um nicht enttäuscht zu werden.

und das wurde ich nicht. "the revenant" ist optisch unglaublich realistisch und atemberaubend, unter anderem dank der tollen kameraarbeit. noch nie durchbohrten pfeile auf der kinoleinwand einen körper auf derartige weise oder wurde jemand so nervenaufreibend skalpiert. und die bärenattacke! diese verdammt viszerale bärenattacke, die etwa zehn minuten dauerte, jeden mit aufgerissenen augen an den rand des kinosessels beförderte und das blut in den adern gefrieren liess. ganz grosses kino!

gleiches gilt für die ausstattung und maske. bis der abspann durchlief, war ich mir überhaupt nicht sicher, ob fitzgerald nun von tom hardy gespielt wird oder nicht. (er wird es.)

so realistisch wie die bilder und aufmachung sind, so luftdurchlässig ist allerdings die handlung. hugh glass (dicaprio) hätte mindestens zehnmal sterben müssen. er tat es aber nicht, egal wie viel kälte, indianer und fitzgeralds ihm im nacken sassen. iñárritu sei jedoch verziehen.

zum glück steht bei einem guten film nicht unbedingt immer der handlungsrealismus im vordergrund. "the revenant" punktet nämlich ganz klar damit, dass er dem zuschauer sehr viel abverlangt. er ist kein film fürs hirn, sondern für den bauch, auch wenn er stellenweise recht metaphysisch wird.