cunt

[warning: rant! und das bild schon mal zur einstimmung.]

eigentlich halte ich mich aus diskussionen wie dieser prinzipiell raus, aber der gesunde menschenverstand gehört zurück auf den plan gerufen. pronto.

das sommerloch hat wieder einmal dafür gesorgt, dass solche non-stories wie die der pornobundeshaussekretärin (#selfiegate) oder des badener pornostadtammanns (#gerigate) für aufschreie sondergleichen sorgen. es kann uns doch völlig egal sein, mit welchen methoden sich diese beiden (oder sonst irgendjemand) aufgeilen. honestly, who gives a fuck?!?!

wer gibt einen fick darauf, mit wem, wie, wo oder wann die ficken oder auf der suche danach sind? oder besser: wer aus der öffentlichkeit hat ein anrecht, einen fick darauf zu geben oder es überhaupt erst zu erfahren?

jop. niemand.

und dann noch das künstliche und klickzahlsteigernde aufregen über das phänomen "nacktselfie," das gar keines mehr ist. wenn ich das wort nur höre, stehen mir schon die haare zu berge. leute, macht die augen auf. es ist 2014. pornhub. reddit. tumblr. snapchat. klingelt da irgendwas? jeder (naja, fast jeder) teenie verschickt heute schwanz-, titten-, arsch- oder muschifotos von sich; privat oder öffentlich. ob nun via whatsapp, instagram oder twitter spielt dabei keine rolle. glaubt ihr nicht? fragt mal eure kinder. ernsthaft: wenn sie zwischen 14 und 24 sind, fragt sie, ob sie schon jemals gesextet haben. das wird mit sicherheit ein lustiges gespräch.

solche "trends" (schreckliches wort) schwappen eben auch gern mal bis zur generation 30+ über und dann sind wieder alle entsetzt, weil sie daran erinnert werden, dass manche leute ü30 noch sex haben – im gegensatz zu ihnen. oder dass sie anders sex haben, als sie selbst oder öfters und sowas ist überhaupt nicht in ordnung und der ganze frust kommt wieder hoch. get a fucking life!

aber... aber... dieser exhibitionismus! igitt! also das geht nun wirklich zu weit!

im ernst? das entblössen in der öffentlichkeit gibt's schon seit ewigkeiten. jetzt zeigt sich der kerl halt nicht mehr im trench coat im park, sondern macht das im internet. same difference.

das "medium" hat sich geändert, die "information" ist die gleiche geblieben. aber zum hinschauen seid ihr immer noch nicht gezwungen. also schaltet mal einen gang zurück und kehrt zuerst vor eurer eigenen haustür die verstaubte sexuelle repression in die gosse, bevor ihr anderen vorschreibt wen sie wie, wo oder wann zu ficken oder eben nicht zu ficken haben.

(von der prüderie, unzufriedenheit mit dem eigenen körper und dem ganzen anderen kram, der damit einhergeht, mag ich gar nicht erst anfangen.)

(photo credit: me)