sonntag, 29. märz 2015. basel.

heute galt es, mein altes quartier, das sankt johann, unsicher zu machen. hier hat sich in letzter zeit so einiges getan und das saint john mausert sich immer mehr vom einst abschätzig betitelten "grossbasler ghetto" zum hippen viertel. gentrifizierung sei dank. oder so.

das koffein gibt es heute mit freundlicher unterstützung des jêle café an der mülhauserstrasse. es ist nichts weiter als ein kleines quartiercafé, aber genau das macht es so spannend: ein halbes dutzend tische, doppelt so viele stühle, eine kaffeemaschine und ein wirt, der seine sache extrem gern macht. und überall liegen bücher herum.

jêle café logo

die cappuccini, die für die nachbartische kredenzt werden, haben milchschaumhauben, die so gross sind wie die tasse selbst. ich gönne mir einen espresso aus dem moka-efti-tässchen (fr. 3.90) und eine apfelwähe (fr. 4.50) und starre gedankenversunken vor mich hin. hier macht verweilen spass und ich stelle mir bereits meine nächsten besuche vor.

kostenpunkt: 10.00, inklusive trinkgeld
wiederkommwahrscheinlichkeit: sehr hoch


mein nachtmahl wollte ich eigentlich direkt nebenan im nordbahnhof verspeisen, doch sie waren leider schon komplett ausgebucht. dann also zu mamma lucia am vogesenplatz. von mehreren seiten habe ich nur gutes über ihre pizzen gehört. hier gab es noch genügend platz für ein einsames, hungriges maul wie meines. nur leider gab es keine pizza. nirgends auf der karte. auch gut...

zwei damen waren beim service im einsatz. eine davon sprach ausschliesslich italienisch, die andere nur mässig deutsch mit viel beigemischtem italienisch. aber ich lass mich nicht unterkriegen. solang sie beide "stange" verstehen, wird alles gut. wenn die "stange" dann aber ein feldschlösschen ist. na, ihr wisst schon.

das interieur ist mit einer starken '80er-jahre-patina behaftet, erinnert in keiner weise an bella italia und stellt den "schnabel" vom vortag sogar noch in den schatten. der gruss aus der küche, ein bruschetta auf einer etwas zähen, selbstgebackenen pizzabrötchenhälfte, war zwar gut gemeint, aber leider nicht mehr. dafür war der hauptgang umso besser. die gnocchi al taleggio, speck e pinoli (fr. 27.50) waren hervorragend und vor allem auch sehr sättigend und ihr geld wert. was man vom carpaccio di ananas als dessert leider nicht behaupten kann. sechs hauchdünne ananasscheiben mit einer kleinen kugel vanilleglace und einer dezenten spur karamelsauce für fr. 12.50 waren einerseits viel zu teuer und andererseits fast ohne geschmack.

wenn sie ihre pizza noch auf der karte gehabt hätten, wäre vielleicht alles anders gekommen.

kostenpunkt: 50.00, inklusive trinkgeld
wiederkommwahrscheinlichkeit: wohl eher weniger